49. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Physik
21. Jahrestagung der Deutschen Sektion der ISMRM

19.–22. September 2018 • Nürnberg

49. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Physik
21. Jahrestagung der Deutschen Sektion der ISMRM

19.–22. September 2018 • Nürnberg

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Öffentlicher Vortrag und Sonderausstellung

18:30–19:30 Radiologie im Nationalsozialismus – Technologie und Rassismus in der Diktatur
Prof. Dr. phil. Fritz Dross (Erlangen)
RaumKleiner Saal

Prof. Dr. phil. Fritz Dross hat in Düsseldorf Geschichte studiert und ist seit 2004 Assistent am Institut für Geschichte und Ethik der Medizin der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehört die Geschichte der Gynäkologie im Nationalsozialismus. Als Kustos der Medizinischen Sammlung Erlangen ist er mit der Geschichte der Medizintechnik vertraut.

Abstract
Als Wilhelm Conrad Röntgen 1895 eine „neue Art von Strahlen“ beschrieb, die er X-Strahlen nannte, trieb ihn weniger deren Anwendung, als ein physikalisches Grundlagenproblem. Gleichwohl machte gerade die medizinische Anwendung der darauf beruhenden Verfahren in Diagnostik und Therapie in atemberaubendem Tempo Karriere. Bereits 1905 war mit der „Deutschen Röntgengesellschaft“ eine eigene Fachgesellschaft gegründet worden; Anfang der 1930er Jahre war die Radiologie ein etabliertes, gleichwohl noch stets in dynamischer Entwicklung begriffenes, medizinisches Fachgebiet. Vor dem Hintergrund der von Gabriele Moser erarbeiteten und während des Kongresses in Nürnberg gezeigten Ausstellung „Radiologie im Nationalsozialismus“ erläutert der Vortrag die Rolle und den Stellenwert der Radiologie in einer Medizin zwischen Heilen und Vernichten.

 

 


Öffentliche Sonderposterausstellung Radiologie im Nationalsozialismus

Datum 19.–22. September 2018
Adresse Meistersingerhalle 
Münchener Straße 21 l 90478 Nürnberg
Kosten kostenfrei (Bitte melden Sie sich vor Ort am Check-In)

Die Ausstellung bildet den vorläufigen Abschluss eines Projektes zur Erforschung der Rolle der Radiologie in den Jahren 1933 bis 1945. Die wissenschaftliche Leitung hat die Historikerin Dr. phil. Gabriele Moser. In einem zweijährigen, dem Institut für Geschichte und Ethik der Medizin der Universität Heidelberg angeschlossenen Forschungsprojekt hat Frau Moser die nationalsozialistische Vergangenheit der 1905 in Berlin gegründeten Fachgesellschaft aufgearbeitet. Die weitreichenden Forschungen im Rahmen des Projekts zeichnen den verbrecherischen Einsatz der Röntgenstrahlung im Dienste nationalsozialistischen Rassenwahns nach und dokumentieren wissenschaftliche Karrieren. Sie umfassen aber auch die oftmals schwierige Bergung von Biografien verfolgter und ermordeter Radiologinnen und Radiologen zwischen 1933 und 1945. 

Auf 24 Tafeln und zwei Medienstationen zeigt die Ausstellung die Rolle der Radiologie im Dienste nationalsozialistischen Rassenwahns. Sowohl die Opferseite als auch die Täterseite werden ausführlich dargestellt. Die Tafeln sind allgemeinverständlich gehalten und sowohl für ein Fach- als auch ein Laienpublikum gut nachvollziehbar.
Text: © www.radiologie-im-nationalsozialismus.org
Bilder: Scherl / Süddeutsche Zeitung Photo